Gefühle und Meer

Der Klient bekommt zu Beginn dieser Sitzung einen sehr ergreifenden Einblick vom Meer geliefert, wie es sich anfühlt, wenn er all seine inneren Themen geklärt hat und sich seinen Gefühlen wieder ganz hingeben kann: Die Welle sagt : Wir gehen mit dir um, und du hast keine Möglichkeit, mit uns umzugehen. Aber sie sagt: Wir werden sanft mit dir umgehen und wir werden dir alles zeigen. Sie sagt: Du mußt dich uns nur anvertrauen. Sie sagt etwas wie loslassen. Diese Welle sagt, wenn du in uns aufgehst, dann bist du du. Sie sagt, dann bist du endlich heimgekehrt, und dann, dann bist du wieder zu Hause.
Kl: - befindet sich auf dem Meer - Ich spreche jetzt mit den Wellen,
also ich kann nicht mit denen sprechen, aber ich kann die informieren, da ist
irgendwie was dazwischen, nonverbal. Diese Wellen sagen - meine Angst nützt
mir gar nichts, wenn ich sie kosten will - und ich will das - dann muß
ich in diese Wellen hinein, dann muß ich in diese, für mich jetzt
fürchterliche Tiefe, in diese kräftige Gewalt hinein. Ich habe da
jetzt Angst vor, aber die Wellen interessiert das nicht weiter, die sagen -
wenn du uns kosten willst,mußt du da rein.
Th: Vielleicht
kannst du mit ihnen vereinbaren, daß du den Zeitpunkt auswählst.
Kl: Wir vereinbaren
keinen festen Zeitpunkt, aber irgendwie geht es dauernd hin und her, und ich
bitte die Wellen ...- es geht hin und her, da sind so Gedankenfetzen. Nimm dir
Zeit, aber nimm dir doch keine Zeit.
Th: Frage sie
mal, wieviel Zeit du hast.
Kl: Oh, Zeit
habe ich unendlich viel, aber sie sagen ... erst haben sie gesagt - es ist gut,
den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, er kommt von ganz alleine und wenn ich,
komisch, ich verstehe das nicht, aber sie sagen, wenn ich reif bin dazu, dann
werde ich kommen.
Th: Frage sie
mal, ob das an eine Sitzung gekoppelt ist, das heißt, wenn der Zeitpunkt
reif ist, machst du hier eine Session?
Kl: Ist das an
eine Sitzung gekoppelt? Eine ganz gewaltige, große Welle, ganz hoch ist
die jetzt, die sagt: Ja und nein. Sie sagt: du wirst zu mir kommen.
Th: Es sind deine
Gefühle, die kommen wieder, die kommen jetzt zu dir, nach und nach immer
mehr, und du kannst diese Erfahrungen im Alltag machen, und du kannst aber auch
ganz bewußt, über die Sitzungen, sie wieder integrieren, daß
sie nicht so gewaltig sind, sondern daß du wieder lernst, mit diesen Gefühlen
umzugehen, wahrzunehmen wo sie ihre Ursachen her haben, sie zu bearbeiten, sie
wieder ins Leben zu holen. - Klient unterbricht.
Kl: Warte, diese
Welle sagt etwas. Sie sagt: Es ist ganz einfach illusorisch oder schlichtweg
lächerlich, daß ich mit den Gefühlen umgehen kann. Die Welle
sagt was anderes, die sagt: Wir gehen mit dir um, und du hast keine Möglichkeit,
mit uns umzugehen. Aber sie sagt: Wir werden sanft mit dir umgehen und wir werden
dir alles zeigen. Sie sagt: Du mußt dich uns nur anvertrauen. Sie sagt
etwas anderes, was ich nur mit loslassen wiedergeben kann, aber sie sagt was
anderes, es ist ein anderes Wort wie loslassen. Diese Welle sagt, wenn du in
uns aufgehst, das verstehe ich nicht, dann bist du du. Sie sagt auch, - Klient
fängt heftig an zu weinen - ach Gott ist das toll, dann sagt sie, dann
bist du endlich heimgekehrt, und dann, dann bist du wieder zu Hause.- Klient
weint heftig. - Oh Gott ist das schön, dann darf ich wieder zu Hause sein.
Die Welle spricht zu mir weiter und sie sagt: Junge, dahin ist es noch ein weiter
Weg. Sie zeigt da rüber, zu meiner Familie die lacht und wartet, und jetzt
sagt die Welle und jetzt geh`, und diese mächtige Welle verschwindet, in
diesem gewaltigen, schwarzen Ozean, diesem unendlichen Ozean aus Energie und
Leben, so was Gewaltiges. Jetzt wird mir erst mal so richtig klar, was das ist,
das ist unfaßbar, das ist Power pur, und da darf ich wieder hin. Stell
dir das mal vor, ich darf da wieder rein,- Klient ist die ganze Zeit zutiefst
bewegt.- Wieder heimkehren, wieder zu-rück, oh ja. Ok., jetzt noch nicht,
ich muß noch hierbleiben, da gibt es noch etwas zu erledigen, was zu tun,
eine ganze Menge sogar. Ich weiß noch nicht was, oh, ist das ein Backround
und diese Macht. Es ist unvorstellbar. Das ist eine Kraft, das ist eine Kraft,
das ist...- Klient weint -
Th: Das ist Leben.
Kl: Ich bin fassungslos
und unwahrscheinlich glücklich, daß ich da wieder sein darf. - Klient
beruhigt sich langsam wieder aus seinen tiefen Emotionen. - Die Stimme sagt,
jetzt geh` erst mal heim, aber sie meint, heim ist dort erst mal für mich.
Th: Ja, zu deiner
Familie.
Kl: Jetzt taucht
da dieses häßliche Gesicht meiner Mutter noch irgendwie auf.
Th: Was sagt
sie?
Kl:
Das Gesicht ist zu einer ganz häßlichen Fratze geworden, eine
ganz, ganz häßliche Fratze. Jetzt wird da was dämonisches daraus,
ein Dämon, wie das, was man sich vielleicht unter einem bösen Dämon
vorstellen kann.
Th: Spüre
mal, welchen Impuls du hast.
Kl: Gar keinen,
aber ich sage für mich, daß diese häßliche Fratze offenbar
auch ein Teil von mir ist. Ich habe das Gefühl, diese häßliche
Fratze gehört auch zu mir. Ich habe das Gefühl, diese häßliche
Fratze ist auch ein Teil von mir.
Th: Sag` es der
Fratze mal. Guck mal, was dann passiert.
Kl: Ich weiß schon,
worauf du raus willst, aber, heh Fratze, die Fratze ist erstarrt. Ich sehe diesen
mächtigen Ozean da, mit diesem Sturm, mit diesem Leben, mit diesen Wassermengen,
und diese Fratze ist hier einfach erstarrt. Das Wasser ist kräftig dunkelblau,
diese Fratze ist so grau, so eine Dämonenfratze halt.
Th: Guck` mal,
was du mit ihr machen willst oder was von selber vielleicht passiert, auch über
das Meer. Schau` einfach mal hin.
Kl: Ah, die Fratze
hängt irgendwie so am Grund des Meeres. Es ist also nicht der tiefe Grund
des Meeres , wo es zehntausend Meter tief ist, sondern so fünf oder zehn
Meter, so ganz am Rand hängt die Fratze da. Sie hängt da, im schlickigen
Schlamm. Sie wird jetzt so ein bißchen hin und her gespült, so wie
ein Stückchen Holz, aber irgendwie hängt die mir verdammt nahe ...
Th: Guck` mal,
was du mit ihr machen willst.
Kl: Bäh.
Th: Mache sie
doch kaputt.
Kl: Die kann
ich nicht kaputtmachen, wie ich ein Stück Holz nicht kaputt machen kann,
aber sie versteinert jetzt. Sie versteinert jetzt zu Kohle, weißt du,
wenn du mal am Strand warst, im Wasser gibt es doch manchmal so Kohlebrocken.
Es ist in Ordnung, daß sie jetzt so wird, aber sie hängt so blödsinnigerweise
immer noch so da, und da will ich sie einfach nicht haben.
Th: Dann schmeiße
sie raus.
Kl: Die klebt
irgendwie an mir dran.
Th: Ich nehme
an, daß du den Schlagstock brauchst.
Kl: Also, soll
ich auf mich selbst draufhauen? Die hängt ja an mir.
Th: Auf dein
Energiebild. Laß dich vor dir sein, mit diesem Energiebild, oder rufe
deine Mutter dazu, die gehört da auch mithin. Guck`, was dann passiert,
was du machen willst.
Kl: Also meine
Mutter, da will ich eigentlich nichts von wissen...
Th: Das ist es
wahrscheinlich.
Kl: Ich will
nichts von meiner Mutter wissen.
Th: Ja, ja, das
ist es, deshalb hängt es auch noch. Du hast nicht die Bereitschaft, dich
im Moment mit ihr auseinanderzusetzen und für Klarheit zu sorgen.
Kl: Ich will
das Ding da weghaben.
Th: Ja, laß`
mal deine Mutter auftauchen, guck mal, wie die guckt.
Kl: Ich will
das Ding weghaben, so wie die Nato im Kosovo Krieg macht, eigentlich nicht,
aber doch.
Th: Guck` mal,
wie deine Mutter dreinschaut, jetzt.
Kl: Ich muß
mir meine Mutter erst mal vorstellen,das geht nicht so einfach. Wie soll ich
mir etwas vorstellen, was ich nicht will? Jetzt höre ich aber wenigstens
eine Stimme die sagt, Junge ... um Gottes Willen, die sagt auch noch - Junge
verzeih mir- das heißt, die gibt den Ball wieder retour. Oh, jetzt höre
ich eine Stimme die sagt - Junge, eigentlich tut mir das ja leid.- Ok. Mutter,
wenn das so ist, dann nimm das Ding doch weg da.- Ja,sagt sie, warte ich helfe
dir, dann mußt du sie auch mal gehen lassen, damit ich sie packen kann,-
sagt sie zu mir. Na schön. Oh, mein Gott, die reißt ganz schön
daran herum, das Ding hängt ganz schön feste. Du, die reißt
ein Stück Haut von mir raus. Das Ding ist verwachsen mit der Haut. - So,
jetzt hast du es ganz weggerissen, jetzt gucken meine blanken Rippen raus. Ich
blute auch ein bißchen, aber irgendwie macht mir das gar nichts aus. Das
Ding hängt auf meiner Haut, so wie die Indianer den Skalp genommen haben,
wie eine Kopfhaut, nur irgendwie hier. Ja, es ist ab. Meine Mutter ist da, und
sie hält es da. Sie sagt,- schau her mein Junge. Na, dann schaue ich mal
her, aber eigentlich will ich es gar nicht mehr sehen. Na, nun gehe doch schon
weg mit dem Ding da, mit dem Teerskalp da.
Th: Spüre
mal, was du nicht haben willst.
Kl: Aber meine
Mutter bleibt stehen.
Th: Ja, spüre
mal, was du nicht willst, was du vermeiden willst.
Kl: Ich sehe
meine Rippen, ich sehe das Blut, andeutungsweise auch die etwas dunkle Lunge
da. Die Mama sagt, ich stehe immer noch da und sie sagt,- das gehört zu
mir, das ist ein Teil von mir, aber sie hat es trotzdem abgerissen.Ich wollte
es so und sie hat es trotzdem gemacht. Ja, ich weiß nicht, ich stehe jetzt
da und mir fehlt das Stück Haut, die Hand meiner Mutter sehe ich, die das
Stück Haut hält, und da ist auf der Haut wie so ein Bitunenbelag,
der fest mit der Haut verbunden ist. Das hält sie jetzt mit dem spitzen
Finger da.
Th: Ja, guck
mal, was du machen möchtest.
Kl: Ja, eigentlich
wäre ich ganz froh drum, wenn da wieder ein Stück Haut draufkäme,
aber ich sehe keine andere Möglichkeit, das irgendwo herzuholen. Immerhin
hängt die ja da. Jetzt hat die Hand meiner Mutter, die auf so einen Haken
gehängt und nun hängt die so da. Bäh, irgendwie doch ein ekelhaftes,
nasses Zeug da. Jetzt zieht es Fäden herunter. Sieht irgendwie ekelhaft
aus, schleimig und schmierig. Das tut verdammt weh, wenn man mal an die Rippen
kommt ohne das Haut drauf ist.
Th: Frage mal
den kleinen Ernst.
Kl: Ich sehe
ihn, der steht da jetzt vor mir, der hat eine gerunzelte Stirn und macht -hm,
der weiß im Moment auch nicht so recht. Das muß wohl irgendwie wieder
zurück, aber wie, weiß er auch nicht.
Th: Weiß
er, wen ihr fragen könntet, wer euch helfen kann?
Kl: Komisch,
gerade kam ein Doppelbegriff, meine Frau und meine Mutter. Ja, wohin denn nun,
dahin oder dorthin. Ah, der Kleine sagt ist egal.
Th: Guck mal
wer winkt. Wer weiß was?
Kl: Ja, meine
Frau steht jetzt da. Oh, da war sie aber noch ziemlich jung, wenn meine Frau
das Band abhören sollte, dann höre jetzt mal weg, da brauchtest du
die Haare noch nicht zu färben. Toll, schwarz und lockig, bis auf die Schulter
sogar, nicht immer so abgeschnitten, wie beim Friseur, wenn du denkst, die Haare
spalten sich. Sie hat richtige schwarze Haare, bis tief auf die Schultern. So,
so mein Lieber, sagt sie, so hättest du mich gerne.
Th: Schau` mal,
welchen Rat sie hat für dich.
Kl: Aua, da fehlt
was, siehst du. Ja, ja sagt sie, das sehe ich wohl. Jetzt zitiert sie etwas,
allein dir fehlt der Glaube. Ach Silke, damit kann ich nichts anfangen. Das
weiß ich doch, sagt sie und lächelt. Jetzt fragt sie mich, an was
mich das da erinnert. Ah ja, sage ich, an zerlaufenen Käse, Käse der
so zerläuft, weißt du, wie so eine Scheiblettenscheibe, die man am
Haken, da an der Wand so aufgehängt hat, und dann macht man das warm und
dann, bäh, zieht das Ding da so runter. Gedanklich habe ich diesem Käsescheibenstück
gerade noch ein Spiegelei oben aufgelegt, jetzt sieht es besonders appetietlich
aus. Jetzt sagt sie, sowas hast du frühere öfters gerne gegessen.
Du Schatz schau mal, das Schwarze von dem Stück Käse ist fort. Es
ist jetzt nur noch gelb. Ah ja, sagt sie, sieh genau hin. Also irgendwie kann
ich das nicht mehr, weil da ist so einAbgrund, der geht bis hier, und dahinter
ist der Haken und der Käse tropft gerade in die Unendlichkeit rein. Also
irgendwie komme ich mal wieder nicht auf die Dinge. Meine Frau lächelt
verständnisvoll. Oh, na also, das ist ja wirklich, wer bin ich denn, jetzt
sagt sie, weißt du, jetzt gebe ich dich mal weiter an deine Mutter.
Th: Schau` mal,
welches Gefühl hochkommt.
Kl: Ich bin doch
kein Sandwich, was man da herumreicht.
Th: Welches Gefühl
ist das?
Kl: Na ja, ich
muß selbst darüber lachen, weil ich stelle mir das Sandwich vor und
was da als schmieriger Käse runtertropft. Das hat ja meistens auch einen
Zusammenhang mit Sandwich. Ah, gestern abend haben wir es gerade gegessen. Ja,
ja, so ein gebackenes Sandwich mit Käse, hm, aber ich bin doch kein Sandwich,verdammt
noch mal, außerdem liege ich unbequem hier. Ja Mutter, nun sage du doch
mal was dazu. Meine Mutter steht da und lacht und dann sagt sie, siehst du aber
komisch aus. Das reizt sie wohl zum Lachen. Ich finde die Lage etwas unbequem
für mich, aber irgendwie muß ich schmunzeln, weil meine Mutter lacht,
und meine Frau lacht auch.
Th: Guck doch
mal auf deine Rippen.
Kl: Das ist merkwürdig,
das ist genau wie bei dem, der da im alten Griechenland an die Felswand gekettet
worden ist; da hat der Adler ihm erst mal den Bauch zerfetzt und dann wächst
der wieder nach und so wächst die Haut nun auch auf einmal wieder nach,
die wächst auf einmal nach.
Th: Ja, ganz
von selbst.
Kl: Und der Käse
hängt da und tropft und tropft, und die Haut wächst neu nach. Jetzt
juckt es sogar ein bißchen.
Th: Es heilt.
Kl: Da ist die Fuge,
die Narbe.
Th: Ist das deine
Fuge.
Kl: Ja, sie hat
mich an die Fuge erinnert, von diesem grauen Teil da, was ich aus der Wand gerissen
habe.
Th: Schau da
noch mal hin.
Kl: Na ja,das
ist an der Wand da, genau wie hier. Da ist Haut drübergewachsen, und da
ist irgendeine Narbe und an der Wand die Fuge, ist irgendwie ausgefüllt,
aber die Fuge ist nach wie vor da, also man wird immer sehen, daß da ein
Stück rausgebrochen war, aber die Wand ist wieder heil an sich.
Th: Eine Lebensnarbe.
Kl: Ja, ich meine,
die Fuge ist dann natürlich auch eine Schwachstelle an der Wand, so wie
eine Narbe auch eine Schwachstelle auf der Haut ist, aber der Fugenzement, der
ist ... oh... was ist denn jetzt ... wow ... mensch, du, das ist doller Zement
hier, das ist ja toll. Der Fugenzement reagiert molekular mit der Wand,mit den
Wandteilen, und in dem Moment wo er das tut, wird er praktisch wieder selbst
zur Wand, und in dem Moment wo das ist, ist die Wand wieder eins. Die Fuge verschwindet
sogar jetzt aus der Mitte heraus, oben an dem Rand ist sie noch ein bißchen
zu sehen, da unten ist sie noch viel zu sehen, die Fuge, aber irgendwie wächst
aus der Fuge, die Fuge die wächst sich aus. Wenn ich mir jetzt diese Wand
angucke, dieses Teil, was da draußen war, wenn ich nicht wüßte
wo vorher andeutungsweise die Fuge war ... Ich suche die Fuge, da müßte
sie in etwa gewesen sein, aber ... komisch ...
Th: Schau mal
deine Haut an.
Kl: Ja, da ist
wieder Haut, ich sehe die Haut, die Brustwarze ...
Th: Keine Narbe,
nicht wahr ?
Kl: Die Narbe?
Doch, da ist sie ganz, ganz fein, so andeutungsweise kann ich sie sehen.
Th: Schau mal
weiter.
Kl: Jetzt hat
die Narbe sich verwachsen. Na ja, also unten drunter ist alles wieder heil,
das spüre ich, aber so ein Eindruck wird immer bleiben, aber diese Narbe
ist ganz verwachsen, das heißt, wenn ich jetzt nicht hingehe und sage
zu dir, guck mal dahin siehst du was, wirst du nichts sehen.
Th: Nur du weißt
es.
Kl:
Nur ich weiß es.
Th: Dein Eindruck
ist da, ja. Wie fühlst du dich denn jetzt ?
Kl: Ich traue
es fast nicht zu sagen, weil es ist eigentlich sehr selten der Fall. Ich hoffe
ich übertreibe nicht wieder so, so wie ich immer übertreibe; glücklich
und zufrieden. Das ist selten, aber ...
Th: Ich mache
dir jetzt einen Vorschlag. Ich lasse dich jetzt allein, wenn du magst auf dem
Meer ...
Kl: Ja, Meer
ist gut, auch mit noch ein paar Klängen, nur tue mir doch bitte noch einen
Gefallen, und pack da gerade mal diesen Haken, mit diesem komischen Käse
da weg da.
Th: Tu du es.
- Klient grummelt ein wenig vor sich hin. - Ist er weg?
Kl: Na, ich habe
halt diesen Ständer genommen und das ganze Ding umgedreht, so daß
es nach da schaut, weil der ganze Käse ist ja nach unten verschwunden...
Th: Sage doch
deiner Mutter, sie soll ihn wegpacken, sie hat ihn ja auch dahin gestellt.
Kl: - fängt
an zu lachen - Mama sei so gut, komme mal her,entferne das mal ja. Sie lächelt
mich an und sagt, du hast Ansprüche, aber dann sagt sie, aber gerne mein
Junge. Jetzt nimmt sie das ganze Ding und zieht es so hinter sich her und verschwindet
da in diese Richtung, und diese Mulde ist auch nicht mehr da, aber irgendwie
habe ich da noch ein bißchen ein komisches Gefühl, mich da auzubreiten.
Th: Guck mal,
was du machen willst mit der Mulde.
Kl: Die Mulde
ist nicht mehr da.Auch dieses Gestell, wo da der Käse heruntergetropft
ist, das ist auch weg,also es ist physisch nicht mehr da, aber irgendwie so
...
Th: Ja, mache
es mal bewußt.
Kl: ...so ein
gewisser Schatten, aber der von mir kommt, der ist noch da.
Th: Frage mal
deine Frau. Guck mal, was sie macht.
Kl: Silke, guck
mal, da ist noch so ein Geisternebel. - Fängt an zu lachen - Die nimmt
die Backen voller Luft, wie so ein Rauschgoldengel und pustet das Ding einfach
fort.Danke. Jetzt haut sie auch ab, wie so ein Rauschgoldengel, aber einer mit
schwarzen Locken, die schulterlang sind.
Th: Ich würde es gerne so stehen lassen.

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