Inneres Meer
Zu
Beginn der Sitzung ist die Klientin ein kleines frierendes Baby, ohne Mama.
Sie reagiert stur und schneidet sich sowohl von allen Handlungsimpulsen, als
auch vom Göttlichen ab, hat aber zugleich große Sehnsucht, diese
Verbindung wiederzufinden. Der Therapeut spielt lautes Meeresrauschen über
die Musikanlage ein, woraufhin die Klientin sofort in eine tiefe Existenzangst
rutscht. Sie hat nur noch einen Impuls - um Hilfe zu rufen. Dadurch bekommt
sie plötzlich wieder den Kontakt zum Göttlichen, fühlt sich sicher,
getragen und wie ein Kapitän, der keine Angst vor Stürmen hat.
Die
Klientin sieht sich in ihrer Innenwelt in einer Barbiepuppenlandschaft wieder,
die in einem Koffer spielt. Die Hausherrin zeigt ihr das Haus, die Landschaft
und macht sie mit allen bekannt. Der Klientin fällt auf, daß die
Barbiepuppen in ihren Bewegungen starr und mit abgehakten Schritten gehen und
nicht beweglich sind. Sie empfindet die Gastgeberin als vollendet.
Kl.: Du scheinst sehr gekünselt höflich zu sein. Du lächelst.
Ich sehe gar keine Zähne, nur weiß. Wieso verwandelt sich nun die
ganze liebliche Plastik-Barbie-puppen-Welt in eine Welt von Ungeheuern, Zombies
und Horrorfiguren? ... Kleiner Urvogel, was wollt ihr hier plötzlich? Er
sagt: Es ist ein Kongreß. Ich sehe eine wilde, aufgepeitschte
See und viele Urtiere aus der Zeit vor Millionen Jahren im Wasser. Dinosaurier
und ausgestorbene Rassen.
Th.: Wie fühlt sich das
denn an? Du bist anscheinend in einer ganz, ganz frühen Zeit gelandet.
Kl.: Mich interessiert das,
weil ich selbst Biologin bin. Ich weiß, daß ich hier einen Führer
brauche, jemanden der mich begleitet. Allein ist das nicht so ratsam. Ich frage
den Kleinen von vorhin. Wir stehen am Ufer und bewegen uns nicht. Das Bild verschwindet.
Als ich ihn fragte, ob er mir die Gegend zeigen wollte, verschwand das Bild
plötzlich. Jetzt stehe ich zuhause am Fenster in meinem Traumhaus und draußen
ist es nebelig und ich bin direkt am Meer. Ich sehe nur ab und zu wie eine Welle
zusammenbricht.
Th.: Wie geht es dir dabei,
wie ist dein Gefühl?
Kl.: Ich bin in Sicherheit
und draußen tost es. Ich mag Gewitter, Unwetter und Nebel.
Th.: Geh einmal richtig heraus
ans Meer.
Kl.: Ich möchte meinen
Fensterplatz nicht verlassen. Ich blicke mich um und hinter mir ist kein Haus
mehr. Ich stehe an der Mauer. Das Fenster ist noch da und ich blicke hinaus.
Hinter mir ist nur noch ein Stück Fußboden auf dem ich stehe und
sonst ist das Haus weg. Wie eine Atrappe. - Klientin steht lange Zeit dort und
fühlt sich schrecklich allein und ausgesetzt. Wie ein Baby, das die Mutter
verlassen hat. - Ich hänge hier ganz allein an der Hauswand. Ich kann nicht
hinunter und kann überhaupt nichts. Ich bin ganz klein, allein, habe Angst
und will zur Mama oder irgendwohin, wo es ge-borgen ist und warm. Ich möchte
einen Menschen hören oder wahrnehmen.
Th.: Rufe doch mal deine Mama
und schau mal ob sie kommt?

Kl.: Es muß nicht unbedingt
meine Mutter kommen. Ich will das etwas kommt, damit ich mich nicht mehr so
alleine fühle und so ausgesetzt. Vielleicht bist du es Mama die ich brauche,
um mich wieder wohl zu fühlen. Nein, jetzt fühle ich mich eher schlechter.
Es fühlt sich an wie ein Pseudo. Es ist nicht das, was ich wirklich brauche.
Mama, du bist es nicht, was ich brauche, um mich wirklich sicher und wohl zu
fühlen. Sie legt mich hin und geht. Ich brauche etwas, was in mich hineingeht.
So einen Gral. So etwas, was man in mich hineingibt. Ich möchte von innen
nach außen Wärme erzeugen können.
Th.: Wenn das eine Farbe wäre,
welche taucht da auf?
Kl.: Was ist die Kraftfarbe
die ich brauche, um mich gut zu fühlen? Die Farbe und das Bild verschwindet.
Es kommt keine bestimmte Farbe. Ich könnte mir die Farbe Braun einbilden,
aber ich weiß es nicht.
Th.: Gibt es irgendeine Instanz
in dir, die dir darüber Auskunft gibt, welche Farbe, welche Qualität
du jetzt bräuchtest dort am Meer, damit es dir gut geht?
Kl.: Ich bekomme Angst. Hallo
Angst, ich nehme dich wahr.
Th.: Die Angst ist auch Berater.
Kl.: Angst, welche Farbe bräuchte
ich? Alles verschwindet schon wieder. Ich hänge immer noch am Fenster an
der Mauer und da ist noch ein Stück Fußboden. Sonst ist nichts mehr
da. Rund herum ist Nebel, Meer, Dunst und Wasser. Hinter mir ist ein Graben
mit Wasser. Ich hänge hier ganz allein und schutzlos und es ist niemand
weit und breit.
Th.: Dann hole dir eine andere
Instanz.
Kl.: Ich habe Angst etwas
zu holen. Diese Angst ist gleich stark wie das Einsamkeitsgefühl, das Verzweiflungs-
und Verlassenheitsgefühl. Du Angst ich sehe dich nicht als von mir getrennt,
du Verlassenheitsgefühl sehe ich auch nicht als von mir getrennt. Ihr umwickelt
mich. Du Verlassenheit, du umwickelst meinen Körper, du hast mich eingesponnen.
Du Angst, du hast dich noch um dieses Gespinst herumgestülpt. Ihr seit
wie meine Freunde und es ist in Ordnung daß ihr das seit und an mir klebt.
Th.: Jetzt holst du dir jemanden
der dir eine Energie gibt, damit es dir dort besser geht, damit Du alles gut
überstehst und auflöst.
Kl.: Es gibt niemanden. Es
gibt nichts, was mich befreien könnte. Es gibt nur Gott. Es kann nur die
höchste Energie sein.
Th.: Hole sie herbei.
Kl.: Es gibt weit von mir
entfernt eine Energie, die in mich hineinfließen könnte. Aus dieser
könnte ich dann die Kraft und Energie schöpfen, um alle Fesseln zu
sprengen, aber ich kann dich nicht erreichen.
Th.: Lade sie doch einfach
einmal ein.
Kl.: Es wäre schön
wenn du kommst. Die Energie ist zu weit weg. Sie kann mich nicht hören.
Jetzt sehe ich einen Strahl aus Regenbogenfarben. Er kommt aber nicht zu mir.
Komm zu mir, ich möchte Verbindung mit dir aufnehmen. Aber ich weiß,
du bist nicht das, was ich eigentlich meine. Du bist nur ein Abgesandter.
Th.: Na ja, ein Bote ist auch
schon was wert.
Kl.: Ich fühle mich dir
gegenüber nicht würdig, daß du eingehst unter meinem Dach.
Th.: Ah ja, da ist die Einschränkung.
Du sagst innerlich Nein, deshalb kann es nicht zu dir. Frage einmal
deine Würde, warum sie so klein ist. Wer hat dir das gesagt?
Kl.: Würde, wieso fühlst
du dich so minderwertig. Wieso glaubst du, daß sich der Strahl bei dir
nicht wohl fühlen würde? Ich leide lieber, als das ich den Strahl
einladen würde. Das ist absolute Sturheit.
Th.: Wo kommt sie denn her?
- Klientin möchte mit niemandem sprechen. The-rapeut weist sie daraufhin,
daß selbst Gott nicht an sie herankommt, da sie sich nicht würdevoll
fühlt dies anzunehmen. Gott müßte ihr beweisen, daß sie
doch würdevoll ist. Sie fordert eine enorme Anstrengung von Gott. Klientin
würde dann ganz weit zurückgehen bis ans Ende der Zeiten und wenn
er mir bis dahin folgt, dann vielleicht. - So ein Diktat macht Gott natürlich
nicht mit. Dann hättest du ja die Macht über ihn. Damit kannst du
ihn ja verführen.
Kl.: Ich bleibe krampfhaft
und eigensinnig wie ein Steinbock da oben hocken. Wider besseren Wissens und
wider besserer Einsicht.
Kl.: Du
hast da ja ein riesen Problem sitzen. Was willst Du machen?
Kl.: Ich kann alles mögliche
machen, aber ich weiß, daß ich da oben kleben bleibe. Ich kann jeden
fragen und keiner wird mir die Lösung geben können.
Th.: Es gibt noch eine existentielle
Mög-lichkeit. Willst du sie haben? Ich spiele einfach einmal den lieben
Herrgott und lasse das Meer einmal heftiger werden. Und wenn das Meer heftiger
wird, hast du eine Krisensituation. Wenn du eine Krisensituation hast mußt
Du irgendetwas machen. Egal was du machst. - Lautes Meeresrauschen wird immer
heftig eingespielt. - Jetzt mußt du gucken was du tust.
Kl.: Ich vergesse alles was
ich tue und warum und bitte nur hilf mir. Es ist wie im Hades. Es
ist nackte Existenzangst.
Th.: Vergißt du sämtliche
Würde, ob groß oder klein und Macht oder sonst irgendetwas. Das heißt,
wenn die Menschen ganz unten auf dem Boden angekommen sind, vergessen sie einfach
alles.
Kl.: Jetzt sehe ich nur mich
und Auge zu Auge und Herz zu Herz und ich bitte dich und dann kommt der Strahl.
Es ist wie im Hades. Du kannst nicht sterben und trotzdem ist die Todesangst
extrem. Weil du weißt, du kannst nicht wirklich sterben.
Th.: Schau einmal, was jetzt
passiert. Was kommt?
Kl.: Die Wand ist umgefallen
und ich bin da zusammengekauert wie auf einem großen Floß ohne Stolz
ohne große Überlegungen ohne irgendetwas. Ich fühle aber wohl,
weil der Strahl zu mir heruntergekommen ist. Ich bin zwar nicht voll Kraft und
Energie, aber ich bin in Sicherheit und fühle mich geborgen.
Th.: Du hast die Erfahrung
gemacht, wenn es um alles geht, um die Existenz, dann kommt die Hilfe und Kraft
direkt zu Dir.
Kl.: Ja, der Papa schaut auf
mich oder so.
Th.: Man kann sagen, wenn
die Men-schen in absolute Krisen kommen, dann haben sie sofort Kontakt zum Göttlichen.
Kl.: Dann sind alle intelligenten
Überlegungen weg.
Th.: Wie fühlt es sich
denn an, diese Verbindung wieder zu haben?
Kl.: Es ist nur das wichtig.
Es ist ein zusammengekauertes Etwas. Es ist nicht traurig, es ist nur froh und
glücklich. Es ist nichts außer der Strahl, aber es ist nicht selber
stark.
Th.: Du wolltest ja auch bitten
eine Farbe genannt zu bekommen, die Dich dann von innen heraus stark macht.
Und diese Instanz zu der Du jetzt Kontakt hast, ist dazu fähig.
Kl.: Ich bin nicht stark,
ich bin nur in Sicherheit.
Th.: Bitte einmal um diese
Farbe die dich stark macht. Jetzt hast Du die Verbindung.
Kl.: Ich fühle mich noch
nicht reif dazu.
Th.: Jetzt machst du schon
wieder zu. Soll ich das Meer wieder rauschen lassen? - Klientin spürt im
Dialog mit dem Therapeuten, daß sie nicht fähig ist die Farbe zu
rufen. - Wir versuchen jetzt einmal folgendes: Sie soll eine Farbe schicken
wenn du reif bist. Wenn du nicht reif bist, soll sie dir keine Farbe schicken.
Kl.: Welche Farbe brauche
ich, um stark zu werden? Diese Farbe soll jetzt einfach fließen. Es geht
nicht. In dem Moment, in dem ich das sage, wird es hell weiß vor meinen
Augen.
Th.: Toll, mach einmal, es
löst sich auf, noch besser. Lasse es einmal hell werden.
Kl.: Hell, milchig hell. Jetzt
ist das Helle weg. Zuerst wird dunkel und dann sehe ich das Floß oder
die Hauswand auf der ich so bewegungslos liege.
Th.: Dann bitte noch einmal
nach der Farbe und schaue welche Farbe kommt.
- Klientin bittet um die Farbe.
Kl.: Ich sehe nichts bestimmtes,
nichts deutliches. Jetzt sehe ich die Farbe Rot. Dahinter ist noch
so leicht Gelb mit Grün.
Th.: Dann lasse einmal die
rote Farbe einlaufen und schaue einmal was passiert.
Kl.: Es sprudelt voll mit
Rot, mit Dunkelrot wie Blut.
Th.: Eine sehr energetische
Farbe.
Kl.: Rot läßt das
Gelb und das Grün nicht hinein. Rot mit schwarzen Flecken. Jetzt bin ich
voll davon.
Th.: Gut. Dann lasse jetzt
noch einmal die rote Farbe noch einmal durchfließen, aber diesmal zu diesem
Baby, das Du bist, da draußen auf dem Meer.
Kl.: Durch den Mund fließt
die rote Farbe, die das Kind da unten bekommt. So wie die Vogelmutter.
Th.: Das ist so etwas wie
Nahrung. Du gibst deine Energie über den Mund weiter zu dem Baby.
Kl.:
Ja. Das Baby ist schon so ein zusammengerolltes Embryo.
Th.: Schau einmal was sich
verändert, wenn du diese Farbe weitergibst? Wie verändert sich das
Baby?
Kl.: Es wird zu einem Insekt.
Es gibt so Kleingetier im Wasser, wo man den Blutkreislauf durch die Haut sieht.
Und das ist hier der Fall. Ansonsten wird es zu einem Insekt mit Flügeln.
So welche die auch in den Zimmern sind, die Großen mit den langen Beinen
und den Flügeln. Die stechen nicht, die sehen nur so gefährlich aus.
Das ist jetzt neben dem Baby. Es ist keine positive Um-wandlung.
Th.: Lasse einmal weiterhin
die Energie fließen. Es steht überall eine Weisheit dahinter. Wenn
wir sie nicht auf den ersten Blick erkennen, dann müssen wir nachgucken.
Kl.: Das Rot ist wie Blut.
Es sieht so aus wie in den Säcken der Kranken im Krankenhaus. Es ist verbrauchtes
Blut.
Th.: Blut steht grundsätzlich
für Lebens-energie. Es kann gut verbrauchte Lebensenergie sein, die da
wieder erneuert wird.
Kl.: Es geht durch mich hinein,
dann ist es noch rote Farbe. Dann wird es dieses verbrauchte Blut und geht durch
meinen Mund wieder hinaus und auch durch den Unterleib. Dann durch den Mund
in das Baby und dann ist das Insekt da.
Th.: Guck einmal, ob du selbst
etwas beitragen kannst, daß sich dieser Strom reinigt. Laß ihn einmal
über dein Herz laufen und guck einmal ob du ganz persönlich Herzensenergie
dazugeben kannst zu diesem Energiefluß und schau dann einmal, ob sich
etwas verändert.
Kl.: Wie so Impulse, bei jedem
Schlag des Herzens so ein Stoß frisches Blut, das sich in das verbrauchte
Blut mischt. Oder direkt von dem Herzen in den Mund hinaus. Das verbrauchte
wird unten heraus ausgeschieden und das Neue wird hell. Das was ich selber erneuere
das wird jetzt hell. Das was von mir weggepumpt wird, vom Herzen wird hell.
Das Baby ist jetzt draußen, es vertrocknet langsam und das Insekt ist
da-neben, als ob es ein Haustier wäre, wie ein Haustier. Als ob es zum
Baby dazugehört.
Th.: Schau einmal was aus
dem Baby wird wie es sich transformiert.
Kl.: Ich möchte warten,
bis mein Herz ganz hell ist. Bis sich das Helle komplett ausgebreitet hat. Mit
jedem Pulsschlag kommt mehr heraus und verdrängt das alte rote Blut. Jetzt
ist es so in der Mitte zum Baby hin. Irgendwie will es nicht so recht weiter.
Jetzt vertrocknet das Baby einfach. Wenn man das Baby ausblasen würde oder
Nahrung zuführen würde, dann wäre das vergebliche Liebesmühe.
Das ist etwas wie das Blatt im Herbst, das sich verfärbt, trocken wird
und abfällt. Es zieht sich so zusammen wie ausgetrocknet. Es ist kein Mensch,
es ist wie ein Schwamm.
Th.: Schau einmal was dabei
herauskommt, wenn es sich transformiert. Es kann auch sein, daß es sich
auflöst.
Kl.: Das Insekt ist immer
noch daneben. Die beiden gehören zusammen. Aber irgendwie passiert etwas
mit dem Schwamm. Jetzt bleibt das ganze Ausgetrocknete so liegen, aber es löst
sich nicht auf. Das Insekt habe ich immer nur aus dem Augenwinkel wahrgenommen.
Es wird auch bald sterben, weil es ist sein natürlicher Lauf wie der einer
Eintagsfliege.
Th.: Frage doch einmal das
Insekt oder den Schwamm, welche andere Farbe sie jetzt noch bräuchten damit
sie heil werden, gesund werden, ganz werden oder was auch immer.
Kl.: Welche Farbe bräuchtet
ihr? Dunkel-grün mit Moos-/Olivgrün vermischt. Die Farbe fließt
langsam. Zunächst in den oberen Bereich bis zum Herzen. Jetzt werden innerlich
alle Höhlungen und Öffnungen ausgefüllt. Irgendwie bleibt es
da oben stehen und fließt nicht weiter.
Th.: Gut. Wenn es von selbst
aufhört zu fließen, dann lasse es jetzt noch einmal erneut fließen
zu dem Schwamm und zu dem Insekt.
Kl.: Es geht nicht weiter
als bis zu Schul-ter. Es hängt jetzt in meinem inneren so hinab und geht
horizontal direkt aus dem Nabel heraus.
Th.: Und dann guck einmal
wie sich der Schwamm und das Insekt verändern.
Kl.: Sie lösen sich auf
wie in einer Salz-säure. Aber es ist ein sehr befriedigender Zustand. Die
Farbe breitet sich so darüber wie eine Decke und löst das Ganze auf.
Th.: Wenn Du jetzt da stehst
und das Meer betrachtest wie geht es Dir dann? Dieser Anteil in Dir, der sich
als armes, frierendes, kleines Baby ohne Mama gefühlt hat ist ja jetzt
weg. Wenn Du Dich da jetzt hinstellst wie fühlst Du Dich dann?
Kl.: Ich fühle mich dann
gut, wie das Wesen eines Kapitäns, der keine Angst vor Stürmen oder
so etwas hat.
Th.: Sehr gut. Das testen
wir jetzt. Wenn Du jetzt der Kapitän bist und hast das Gefühl eines
Helden, dann lasse ich jetzt das Meer stärker werden und Du kannst testen
wie weit Du Dich trotzdem wohl fühlst mit dieser Kraft um Dich herum.
Kl.: Ich bin jetzt auch viel
größer. Das Meer wird noch stürmischer und die Klientin spürt
das es ihr gut geht dabei.
Th.: Jetzt schau einmal ob
Du folgende Fähigkeit hast: Wenn Du die Hände hockhälst beruhigt
sich dann das Meer?
Kl.: Es macht mir Vergnügen.
Ja, es funktioniert. Das Meer ist ganz ruhig.
Th.: Du hast jetzt das Meer
unter Kon-trolle, egal wie stark ich das Meer einspiele?
Kl.: Das Meer ist zwar ruhig,
aber es ist nicht echt. Wie eine naive Malerei auf Öl.
Th.: Na ja, daß wäre
auch eine absolute Herausforderung. Ich drücke Dir da auch eine wahnsinnige
Power, so ein aufgebrachtes Meer hin.
Kl.: Aber zuerst war ich wie
verrückt. Da hat es mir Vergnügen bereitet und ich bin auf den Wellen
geritten und habe mit den Wellen gespielt. Aber bei der Beruhigung war es dann
ein Ölbild. Blaues Meer und Boote mit pinkfarbenen Segeln und mit Leuten
drauf.

Th.: Aber Du kannst
das Ölbild jederzeit wiederbeleben?
Kl.: Nein, kann ich nicht.
Halbwirklich kann ich es schon machen.
Th.: Probiere es einmal mit
dem Schlagstock. - Klientin schlägt mit dem Schlagstock.
Kl.: Ja, dann ist das Meer
lebendig, aber sehr beruhigt. Wenn ich nicht schlage rutscht es schnell wieder
in ein Bild. So ganz ölig möchte es nicht mehr werden, aber auch nicht
so ganz echt.
Th.: Aber Du kannst das ja
entscheiden, Du kannst ja auf den Boden schlagen und sagen: Jetzt werde
wieder echt. -Klientin spricht zum Meer - Jetzt werde wieder echt. Ich
genieße dich viel mehr, wenn du echt bist. Aha denkt es, die will das
gar nicht. Die will das ich echt bin. In keinem Fall möchte ich es hochgepeitscht
und wenn, dann nur immer mit einem Blick zu mir her. - Das Meer wird heftiger
eingespielt. - Da sind jetzt meine Kinder und die spielen. Und ich, die Mama
am Herd koche und schaue ab und zu aus meinem Haus heraus was sie so aufführen.
Unser Haus liegt ziemlich hoch oben und ich schaue wie von einem Turm, von der
Küche nach unten und mache gerade das Essen und die spielen da gerade so.
So wie Kinder von früher als sie noch ein bißchen wild waren, aber
mir macht das nichts. Ich stehe dadrüber.
Th.: Und Du hast ein schönes stabiles Haus oben auf dem Felsen?
Kl.: Ja, es ist wie ein Turm,
wie ein Pfahlbau. Ich bin eine so sehr große Mama und alles andere ist
so weit unten. Wie von einem Riesen die Mama mit einer weißen Schürze
und schau aus wie eine amerikanische Hausfrau aus den fünfziger Jahren.
So wie bei Lassi die Mama und so gelassen.
Th.: Schau einmal, daß
ist die Energie die in Dir ist.
Kl.: Ich bin nicht die Mama,
ich stehe da so drüber. In bin eine absolut unneurotische Mama. Ich stehe
so weit über allem was ist. Nicht überheblich, sondern natürlich.
Th.: Jetzt solltest Dich jetzt
noch bei diesem Lichtstrahl bedanken, weil der hat es ja auch mit ausgelöst
und mit aufgebaut.
Kl.: Bei Gott, es kommt von
da oben. Es ist ganz da oben. Ich möchte mich bedanken, ich schätze
das sehr.
Th.: Und es hat enorm etwas gemacht mit Dir. Du hast jetzt eine enorme
Power, eine enorme Kraft.
Kl.: Ich fühle mich ein
bißchen wie unter Strom. - Schweigen bei laufender Musik.
Th.: Wo bist Du gerade?
Kl.: Ich frage mich gerade,was
ich beruflich machen soll. Weiß das Unterbewußtsein auch über
die berufliche Wahl etwas?
Th.: Die ganzen Qualitäten, ja, die da drin stecken. In welche Form du es preßt ist schon sehr deinem Willen unterworfen. Also das kannst du dir selbst zusammenbasteln. Aber die ganzen Qualitäten und was du lernen sollst und was am besten geht, das weiß Dein Unterbewußtsein.

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