Ritual und Himmel

Die Klientin findet sich im Mutterleib wieder und nimmt wahr, dass sie eine tiefe Lebensangst hat und eigentlich gar nicht geboren werden will. Dann geht sie zurück in der Zeit, um sich wieder zu erinnern, warum sie sich für dieses Leben, in dieser Familie, wo ihr Mißbrauch begegnet, entschieden hat. Sie trifft auf ihren Erdenengel, der sie in die Ebene führt, wo die Entscheidung stattgefunden hat: Sie nimmt wahr, wie die Randbedingungen für ihr Erdenleben festgelegt werden und dass sie dabei auch mitbestimmen kann. Obwohl dies ungewöhnlich scheint, teilt sie nun ihr Zwischenergebnis. Außerdem wagt die Klientin die Bitte, von ihrer Lernaufgabe entbunden werden, oder sie erleichtert zu bekommen, da sie ihr zu groß erscheint. Die Sitzung endet mit einem sehr schönen Ritual, bei dem die Klientin zwar nicht von ihrer Aufgabe entbunden wird, jedoch aber die Gelegenheit bekommt, ihr Ja nocheinmal ganz tief zu wiederholen. Dadurch dass nun das Ja eindeutiger und tiefer ist, findet sie auch zu einem stärkeren Vertrauen ins Leben und zu allem was ihr begegnet.


Kl: Ich sehe nur etwas diffuses, weil ich so Herzklopfen habe.

Th: Es ist o.k., daß die Türen nur diffus da sind. Suche dir eine aus und bleibe davor stehen. Spüre einmal, was für ein Thema da auftaucht und welcher Begriff dir einfällt oder welches Wort auf der Türe steht.

Kl: „Herzklopfen“ steht da an der Türe.

Th: Magst du diese Türe öffnen auf der Herzklopfen steht? - Klientin bejaht. - Gut, dann öffne sie jetzt. - Türknarren wird eingespielt. - Schau mal was du wahrnimmst.

Kl: Es ist ein sehr dunkler Raum und ich sehe da so etwas wie einen Brunnenschacht. Da geht einfach so ein Schacht hinunter, der aus einer Art Ziegelsteinen gebaut ist.

Th: Wie fühlt sich das denn an,was du da wahrnimmst?

Kl: Es macht mir Angst.

Th: Sage das dem Brunnenschacht. Teile es ihm direkt mit.

Kl: Brunnenschacht, du machst mir Angst. Ich habe Angst in dich hineinzufallen. - Die Klientin weint.

Th: Schau doch mal, ob du einfach hineingehen kannst, oder hineinspringen oder hineinschweben.

Kl: Ich habe mich gar nicht an den Rand getraut, weil ich Angst hatte hineinzufallen, aber eigentlich brauche ich ja keine Angst zu haben. Jetzt erinnerst du mich daran, daß ich auch hineinschweben kann. Ja, ich kann mal hineinschweben.

Th: Teile es dem Schacht mit, daß du ihn untersuchen willst.

Kl: Schacht, ich will mal in dich hineingucken. Ich will wissen, warum das alles so ist mit dir. Ich komme dich besuchen. Oh, ich habe so eine Angst. - Direkte Ansprache wird angeregt. Die Klientin weint stärker.

Th: Laß` einmal diese Angst zu einer Gestalt werden, damit du sie ansprechen kannst.

Kl: Die Angst ist wie ein Schatten. Du bist wie ein Schatten, Angst.

Th: Frage sie doch einmal, seit wann sie dich begleitet.

Kl: Schatten, seit wann begleitest du mich? Er sagt, daß er mich schon immer begleitet.

Th: Frage ihn nach seiner Aufgabe.

Kl: Schatten, was ist denn deine Aufgabe? Warum begleitest du mich? Ich bekomme keine Antwort. Doch, jetzt teilt er mir irgendwie mit, daß er keine Auf-gabe hat. Es gibt für ihn keine Aufgabe.

Th: Hat er irgendetwas mit deinem Kälte-gefühl zu tun?

Kl: Hast du etwas mit meinem Kältegefühl zu tun? Bist du daran beteiligt? Jein, sagt er.

Th: Zumindest weiß er ein bißchen Bescheid. Frage ihn, ob es wichtig ist, daß du in diesen Schacht hinunter gehst.

Kl: Ist es wichtig in den Brunnenschacht zu gehen? Er sagt, daß ich machen soll, was ich will.

Th: Dann spüre was du machen möchtest.

Kl: Ja, ich möchte da schon hinuntergehen. Wo ich nun mit dem Schatten gesprochen habe, ist die Angst auch nicht mehr so groß, so daß ich da jetzt hinunterschweben möchte.

Th: Schau mal, ob er dir folgt.

Kl: Der Schatten ist dabei. Er sieht nicht aus, wie mein Körperschatten, sondern er ist ein bißchen dreieckig. Aber er ist dabei. Ich gehe jetzt über das Loch. Ich schwebe nun darüber. Es ist ganz schwarz da unten. So schwarz, man sieht überhaupt nichts mehr.

Th: Wie ist es denn für dich, in so eine Schwärze einzutauchen? Das ist ganz schön mutig.

Kl: Ja, wenn ich da jetzt etwas tiefer gehe, ich mache es ganz langsam, und etwas Licht von oben hinunterfällt, sehe ich meine Fußspitzen. Solange ich mei-ne Füße noch sehe und das Gefühl ha-be, mein Kopf ist noch über der Kante, geht es noch. Da kann ich mich durch den Lichteinfall noch ein bißchen selber sehen. Ich merke, daß es von unten sehr kalt wird, jedoch friere ich im Moment eigentlich nicht. Sonst in den Sessions friere ich immer total, aber jetzt nicht. Ich fühle trotzdem wie kalt es ist, da unten hinein zu gehen. - Direkte Ansprache wird angeregt. - Brunnen, es ist ganz kalt da unten in dir. Ich bin noch nicht ganz eingetaucht, aber ich will, ich will da runtergucken. Ich will gucken was da ist. Irgendwie sitze ich da fest. Ich will hinunter, aber es geht nicht.

Th: Kennst du das Gefühl? Kommt dir das bekannt vor?

Kl: Eigentlich schon. Festzusitzen und nicht weiterzukommen, ist mir bekannt, doch mir fällt im Moment nichts konkretes dazu ein.

Th: Sag dem Brunnen mal, er soll dir Ereignisse und Situationen zeigen, die dazu beigetragen haben, daß er entstanden ist und warum es dort so kalt, schwarz und dunkel ist.

Kl: Im Moment sehe ich an der einen Seite so etwas wie ein Bullauge. Ich gucke von schräg oben runter auf dieses Bullauge. Das ist so ähnlich wie ein Bild-schirm und da läuft so eine Art Comic. Ich kann es aber nicht richtig gut erkennen. ... Ich habe das Gefühl, dass mich auf der anderen Seite des Schachtes etwas lebensbedrohliches erwartet mit dem ich nicht umgehen kann und mit dem ich ganz alleine bin.

Th: Du bist schon ziemlich dicht dran.

Kl: Jetzt habe ich wieder so etwas wie ich schon einmal hatte. Da ist eine Gummimembran und ich bin schon fast auf der anderen Seite, ähnlich wie bei einer Geburt. Das ist wie schwarzes Plastik, was mich da umhüllt. Ich weiß, ich muß auf die andere Seite, aber ich habe das Gefühl da erwartet mich etwas total Schreckliches und deshalb möchte ich da nicht raus.

Th: Sage das mal der anderen Seite.

Kl: Du andere Seite da drüben, ich habe solche Angst. Ich weiß nicht was mich da erwartet. Ich habe so ein Gefühl, daß das nicht gutgehen kann. Ich fühle mich so alleine dabei. Ich glaube da ist keiner, der mir hilft und der auf mich aufpaßt.

Th: Schau, ob die andere Seite antwortet.

Kl: Es ist im Moment etwas im Kopf. Ich weiß aber nicht, ob das ein rationaler Gedanke ist. Ich habe das Gefühl, daß das die Geburtsangst ist, daß mich da so ein Karmaausgleich (Mißbrauch) erwartet und daß ich auch weiß, daß mich das erwartet, da ich es mir ja selber irgendwann eingebrockt habe. Ich weiß, daß ich das in diesem Leben erfahren muß. Aber ich habe große Angst davor, weil ich jetzt die Opferseite erfahren muß. Ich kann mich nicht richtig dazu entscheiden da mit Mut heraus zu gehen und mein Schicksal anzunehmen, in der Hinsicht, daß ich mir das eingebrockt habe und es jetzt auslöffeln muß.

Th: Ist es vielleicht das Gefühl, nicht ganz tief `Ja` gesagt zu haben zum Leben?

Kl: Ich habe mir mein ganzes Leben lang gewünscht, auf der anderen Seite zu sein auf der man nicht verkörpert ist. So richtig habe ich mich hier nie wohl gefühlt. So ein wenig hat sich dies in der letzten kurzen Zeit geändert. Ich habe in meinem Leben auch schon viele schöne Erlebnisse gehabt, aber diese können es nicht ausgleichen oder aufwerten.

Th: Wenn du magst, kannst du auch noch einmal in die Zeit zurückgehen bevor du auf die Erde gekommen bist und nachschauen, was dich bewogen hat diese Reise zu machen. Du kannst schauen, was dich angezogen hat. Du mußt ein `Ja` gehabt haben zu dem ganzen `Nein` was dich hier erwartet.

Kl: Ja, irgendwann habe ich einmal ge-sagt, o.k., das mache ich! Ja, wie mache ich das denn? Wie kann ich denn da gucken?

Th: Stell dir vor, du gehst auf der Zeit-achse zurück bis zu dieser Entscheidung. In eine andere Dimension, dort wo alles verbunden ist. Schau wer da auftaucht. Du weißt genau wie sich das anfühlt.


Kl: Ich sehe im Moment überhaupt nichts mehr. Das ist so wie eine Nebelsuppe. Ich nehme gar keine Farben oder Formen wahr.

Th: Du kannst auch jemanden rufen. Sieh mal, wer da kommt.

Kl: Ja, wen soll ich denn rufen? Es ist doch so, daß ich keinem traue. Deshalb ist es wahrscheinlich auch so neblig, so daß ich nichts sehen kann. Ich möchte aber mal gucken. Ich möchte wissen, wer da drinsteckt im Nebel. Los, zeigt euch doch mal.

Th: Das ist wohl so, als ob du die Verbindung verloren hättest, als ob du nicht mehr wahrnehmen kannst, weil du dein Vertrauen verloren hast. - Die Klientin beginnt wieder mehr zu weinen.

Kl: Es taucht auf einmal ein Engel auf mit großen goldenen Flügeln. Der steht auf einer Weltkugel.

Th: Siehst du, es gibt doch eine Verbin-dung. Sie ist nicht ganz abgerissen.

Kl: Der hat einen Stab in der Hand. -direkte Ansprache wird angeregt. - Wer bist denn du? - Ich bin dein Erdenengel, durch mich hast du den Platz bekommen wo du geboren wurdest. Ich habe mit meinem Stab dorthin gezeigt und dort bist du hingekommen. - Kennst du denn mein `Ja` noch? - Ja, sagt er. - Kannst du mir nicht weiterhelfen, daß ich gucken kann wieso ich `Ja` gesagt habe, aber immer soviel `Nein` fühle? Er sagt zu mir, daß er das kann und daß ich die Treppe hinaufgehen muß, denn dort werde ich mehr Antworten finden. Ich danke ihm und gehe die Treppe hoch.

Th: Wenn du möchtest, kann er dich begleiten.

Kl: Begleitest du mich? Er geht hinter mir, daß ich keine Angst haben muß zu fallen. Ich gehe jetzt die Treppe hoch und links und rechts von mir ist überall Nebel. Ich gehe auf allen Vieren, denn die Treppe hat kein Geländer, außerdem ist sie sehr steil. Es ist eigentlich eher eine Leiter. Ich sehe ganz weiße Wolken. Es ist alles weiß auch die Leiter ist weiß, fast wie durchsichtiger Marmor. Da ist alles ganz hell und licht. Ich stecke den Kopf durch diese watteartige Masse und ich kann dort eine sehr heilige Runde sehen, in der ich nun mittendrin bin. Die sitzen alle auf Meditationskissen und es sind ganz viele, die ich aber nicht sehen, sondern nur spüren kann. Das sind sehr heilige Instanzen. Ich weiß, daß über mich geredet wird. Es geht um mich. Ich fühle mich in die Zeit versetzt von damals, als die Rahmenbedingungen verteilt wurden und zum Teil konnte ich das auch mitbestimmen.


Th: Du kannst in dieser Runde ja berichten, wie dein Leben ist, und daß du dein `Ja` verloren hast. Vielleicht können sie dir weiterhelfen.

Kl: - beginnt wieder zu weinen: Ich möchte euch von meinem Zwischener-gebnis berichten. Ich weiß, daß es nicht üblich ist, daß man sich zwischendurch noch einmal meldet, aber ich möchte euch das gerne erzählen und ich bitte euch mir zuzuhören. Ich weiß, daß ich mitbestimmt und zu allem `Ja` gesagt habe und es war ja auch meine Entscheidung, aber jetzt habe ich die Erfah-rung gemacht wie das ist, dagewesen zu sein und das belastet mich so. Das macht mich so schwer und das macht mir soviel Angst. Ich kann überhaupt nicht frei leben und entscheiden. Ich habe das Gefühl, daß die Aufgabe zu schwer für mich ist.

Th: Erzähle ihnen, daß du immer frierst und daß dir immer kalt ist. Erzähle ihnen alles was dir einfällt.

Kl: Ich fühle mich da unten so einsam. Ich friere immer und ich kann überhaupt nicht richtig Vertrauen fassen. Weder zu den Menschen, noch zu mir. Manche sagen zwar, ich hätte Vertrauen, aber es reicht nicht um sich wohlzufühlen. Es reicht nicht zum Leben. Ich habe auch immer so viele Ängste, weil in mir so viel Vertrauen fehlt und ich weiß, nein, sagen wir ich habe davon gehört und in diesem Fall habe ich Vertrauen, daß es stimmt, daß ich irgendwann ein Kind bekommen werde. Ich habe so viel Angst davor, weil ich viel zuwenig Lebensvertrauen habe. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Vor allen Dingen, weil ich noch nicht mal einen richtigen Partner dafür habe und wenn ich weiter mit den Ängsten lebe, dann bekomme ich auch keinen. Das weiß ich. Was soll ich denn mit einem Kind ohne Partner. Gut, das Kind käme auch mit einer Seele auf die Welt, die weiß das sie damit leben muß, aber ich wäre auch keine gute Mutter. Das möchte ich nicht. Ich will nicht die Fehler meiner Eltern wiederholen. Ich habe da An-sprüche. Ich glaube, daß die Aufgabe zu groß für mich ist. Einerseits möchte ich zu meinem Wort stehen, anderseits fühle ich nicht, daß ich das bewältigen kann. Ich habe das Gefühl, daß ich von niemandem Hilfe bekomme. Ich weiß nicht mehr weiter. Momentan empfinde ich es so, als ob die Zeit stehengeblieben ist.

Th: Schau einmal was passiert, wenn sie deine Ehrlichkeit sehen. Spüre, wo sie berührt werden.

Kl: Ich sehe sie nicht, ich spüre sie. Ich kann so merkwürdige durchsichtige Kon-turen erkennen. Bei einem laufen Tränen herunter. Ihm tut es weh, daß ich soviel Leid erfahre. - Direkte Ansprache. - Du da, ich sehe wie du weinst, und daß dich meine Geschichte so berührt.

Th: Weißt du wer er ist? Vielleicht kennst du ihn?

Kl: Wer bist denn du? Er sagt, daß er so etwas wie ein Pate ist. Alle anderen hätten beschlossen und bestimmt, aber er sei derjenige, der mein Ansprechpartner ist. Er sagt, daß es ihm leid tut, daß ich so viele Schmerzen habe auf der Erde, er sei von allen der einzige, der sie empfinden kann. Die anderen sehen sie zwar, aber sie sind auf einer Ebene in der sie nicht mitleiden und empfinden können. Das kann nur der Pate. Ich merke jetzt, daß ich mir wünsche, entweder von den Aufgaben entbunden zu werden oder sie erleichtert zu bekommen. Ich traue mich aber nicht, das auszudrücken, zu fragen oder zu bitten. Da habe ich sehr große Angst vor, weil ich das Gefühl habe keine Resonanz zu bekommen und durch mein Leben durch zu müssen ohne eine Vergünstigung zu bekommen. Ich weiß nicht, vielleicht muß ich ja noch den Mut aufbringen und euch darum bitten, da mein Pate das nicht kann, sondern nur ich. Vielleicht muß ich ja so verzweifelt sein und selber bitten.

Th: Probiere es aus.

Kl: Die sitzen alle in der Runde rundherum. Ich kann sie nur nicht richtig sehen.

Th: Sprich einmal die Bitte aus, daß du direkt Kontakt aufnehmen möchtest.

Kl: Bitte zeigt euch, ich möchte Kontakt aufnehmen, so daß wir mein Anliegen besprechen können. Es tut mir leid, daß ich euch darum bitten muß. Ich sehe sie immer noch nicht, obwohl ich sie darum gebeten habe. Bitte, bitte zeigt euch, ich möchte mit euch reden. Vielleicht fällt es mir leichter, wenn ich euch sehe. Irgendwie verstecken die sich hinter dicken Augenbrauen und Bärten. Ich kann ihnen nicht in die Augen gucken und sie haben so etwas ähnliches wie Merlinhüte auf. Bei einem sehe ich jetzt zwei blaue Augen.

Th: Frage ihn einmal, ob er deine Verzweiflung gespürt hat.

Kl: Kannst du meine Verzweiflung spüren? Kannst du spüren, daß ich mich wirklich bemühe und nicht einfach nur so etwas erzähle? - Ja!, sagt er.

Th: Frage ihn doch, ob er vermitteln kann.

Kl: Kannst du mir helfen, daß meine Aufgabe geändert wird? Ich muß es noch mal sagen, aber ich fühle mich überfordert damit. Es tut mir leid. Ich tue mein allerbestes und das schon von Anfang an. Ich denke, daß da auch jemand war, der mich von Anfang beobachtet hat und der wird das auch gesehen haben.

Th: Dann soll er jetzt vortreten und das vermitteln.

Kl: Ja, derjenige, der mich beobachtet hat soll bitte vortreten und vermitteln und für mich sprechen. Das ist derjenige, den ich schon am Anfang gesehen habe, mein Pate. Ich sehe ihn nur in Konturen, aber er spricht für mich und er fragt die Runde, ob alles noch einmal besprochen werden könnte und ob eine Änderung herbeigeführt werden könnte. Jetzt merke ich wieder, wie die Angst in mir wächst und hochsteigt, weil ich das Ge-fühl habe, daß das nicht gemacht wird, da es ihnen nicht ausreicht, wie ich mich bemüht habe.

Th: Teile ihnen das auch mit.

Kl: Ich habe solche Angst, daß ihr meiner Bitte nicht entsprecht, weil es euch nicht ausreicht, was ich gemacht habe, wie ich mich bemüht habe und was ich geleistet habe.

Th: Teile ihnen doch einmal mit, was du für einen Wunsch hast und was geändert werden soll.

Kl: Ich weiß es gar nicht so genau. Wenn ich mein Karma mit einem Erdenleben ausgleichen muß, dann möchte ich das natürlich auch machen. Da ist schon mein `Ja` wie es früher auch schon einmal war. Aber ich weiß nicht, in welcher Art sich mein Leben ändern könnte, daß es angenehmer wird.

Th: Es könnte ja auch so etwas sein, daß du nicht so frierst, daß du mehr eingebettet bist in Wärme und Vertrauen. Das kann dich stärker machen, um so intensivere Erfahrungen zu durchleben. Spüre nach, was dir helfen könnte.

Kl: Plötzlich wird alles so unwirklich. Ich muß mich konzentrieren, damit das Bild nicht wegrutscht.

Th: Schau mal, ob der Pate dich an die Hand nehmen kann oder etwas tun kann.

Kl: Pate, kannst du mich an die Hand nehmen und mir Kraft geben, daß ich noch einmal sprechen kann? - Er stimmt zu. - Ja, jetzt habe ich eine Idee, eine Bitte. Es wäre eine sehr große Hilfe, wenn ich nicht immer so viel frieren müßte. Ich friere immer so viel im Leben da unten auf der Erde. Es ist immer so kalt. Ich hätte auch gerne mehr Vertrauen. Es hat sich schon zum Besseren entwickelt, aber es ist noch immer ziemlich unterdurchschnittlich. Es ist immer noch ziemlich hinderlich. Es könnte ein biß-chen besser sein. Könnt ihr mir da nicht irgendwie helfen, damit es sich ändert. Ich bekomme keine Antwort. Habt ihr überhaupt gehört, was ich gesagt habe? - Da hat eine Stimme gesagt: Ja, mein Kind. Das fühlt sich schon mal sehr lieb an, daß das so ausgedrückt ist. - Das fühlt sich sehr lieb an von euch. Danke.

Th: Mir fällt gerade ein, daß sie ja ein Ritual oder so etwas mit dir machen könnten, damit dein `Ja` zu allem viel, viel größer wird und damit dein Vertrau-en stärker da ist.

Kl: Könnt ihr mir denn helfen, mein `Ja` größer und kräftiger zu machen. Ich weiß, daß es auch von mir groß und kräftig kommen muß, aber ich brauche eure Hilfe. Ich habe das Gefühl, es ist nur ein ganz kleines `Ja` und das behindert mich. Ich bin so ratlos, wie ich es von alleine größer bekommen soll. Mehr als ja sagen kann ich nicht.

Th: Vielleicht können sie den Rahmen oder den Raum dafür geben, wo du es noch einmal wiederholen kannst.

Kl: Könnt ihr das im Rahmen eines Ri-tuals machen? Ich habe das Gefühl, das wäre hilfreich. Ich sitze in der Mitte der Runde auf einem Kissen und mit dem drehe ich mich langsam im Kreis. Ich sehe mich da mit geschlossenen Augen sitzen in einer Art stummen Kommuni-kation mit den anderen. Das ist wie Telepathie.

Th: Schau mal, ob du Aufmerksamkeit, Verbindung oder Energie bekommst.

Kl: Im Moment sehe ich mich von außen da sitzen.

Th: Dann gehe hinein in dich. Spüre wie sich das anfühlt, dadurch erinnerst du dich an früher.

Kl: Also, das ist ganz komisch. Ich bekomme von jedem Strahlen zugeschickt. Von jedem dieser heiligen In-stanzen und dieser Strahl beinhaltet auch die Aufgabe, die ich im Erdenleben habe.

Th: Spüre, ob du zu jedem Strahl ja sagen kannst und wenn es dir zuviel wird dann reflektiere es zurück.

Kl: Die ersten drei bis fünf Strahlen kann ich so aufnehmen und dann wird es irgendwie dunkler, als wenn ich nicht mehr alles aufnehmen kann. Es kommt auch gar nicht mehr so viel an. Diese Strahlen haben die Farbe von Bernstein.

Th: Ist es so als wenn diese Aufgabe zu schwierig wäre? Dann teile es ihnen mit. Nonverbal oder direkt.

Kl: Ich verstehe das nicht richtig. Ich glaube in diesen dunkleren Strahlen ist nur ein Teil der Aufgabe enthalten. Es sieht jetzt so aus, als ob der Rest der Runde mir schon gar keine Strahlen mehr zuschickt.

Th: Frag mal nach was das bedeutet.

Kl: Was bedeutet das? Was ist das hier eigentlich? Ist das eine alte Erinnerung oder ist das etwas Neues? Sie antworten, daß das eine alte Erinnerung ist.

Th: Dann ändere es doch ab in etwas Neues. Gehe in die alte Erinnerung hinein und ändere sie in etwas Neues.

Kl: Normalerweise müßten alle den Strahl in mich hineingeben, aber das machen gar nicht alle zwölf Instanzen oder es haben gar nicht alle zwölf gemacht.

Th: Dann frage doch mal diejenigen, was sie unterlassen haben. Es kann ja sein, daß sie einen Fehler gemacht haben.

Kl: Ihr anderen, von denen ich keinen Strahl bekommen habe, wieso ist das so. Ich bin mir sicher, ich hätte von euch auch einen bekommen müssen. Sie antworten, daß die Aufgaben gereicht hätten, weil die ersten schon ganz schön schwierig zu lösen sind. Eigentlich habe ich gedacht, daß die Strahlen dazu da sind mich aufzuladen. Es ist so, daß ich zusammen mit der Aufgabe die Energie bekomme. In einem Strahl.

Th: Ist es so, daß du nicht mehr Aufga-ben wolltest und deshalb nur ein paar bekommen hast, die aber besonders schwierig sind? Denn die anderen hätten dir ja auch eine Aufgabe plus Energie schicken können. Dann hättest du zwar mehr Aufgaben aber auch mehr Energie und das könnte insgesamt leichter sein. Frage einmal, ob du irgendeine Verwei-gerung gemacht hast damals und ob dein Leben jetzt das Ergebnis davon ist.

Kl: Ich möchte gerne wissen, ob ich an irgendeinem Punkt zu weiteren Aufga-ben `Nein` gesagt habe? War mein `Ja` nicht ausreichend genug und wie kam es dazu? - Sie sagen, daß ich mittendrin aufgehört hätte zu vertrauen und dann war alles sofort abgebrochen.

Th: Deshalb hast du wohl auch wenig Vertrauen in diesem Leben und da bestätigt sich alles.

Kl: Woher soll ich das Vertrauen denn nehmen?

Th: Du hast damals anscheinend die Entscheidung so getroffen, denn ansonsten hättest du mehr Aufgaben, mehr Vertrauen und mehr Energie bekommen. Was du jetzt hast ist so wie halb leben und das ist viel schwerer als ganz leben.

Kl: Erst habe ich `Ja` gesagt und dann kam das Mißtrauen und dann kam das `Nein`. Ich weiß allerdings nicht, wo mein `Nein` herkommt. Ich weiß nicht, ob ich da schuld bin? Eigentlich denke ich aber, daß ich nichts dafür kann.

Th: Frag einmal nach, ob du die Chance bekommst jetzt ganz bewußt `Ja` zu sagen und dein `Nein` zu revidieren.

Kl: Ich möchte wissen, ob ich von euch eine zweite Chance bekomme? Ich möchte von euch noch einmal gefragt werden und dann zu allem richtig kräftig `Ja` sagen. Sie antworten mir, daß das möglich ist.

Th: Bist du bereit? Du änderst dein ganzes Leben dadurch.

Kl: Sehr viel schlimmer kann es ja nicht mehr werden und außerdem ist es so, daß ich aus den Sachen zu denen ich in der jüngsten Vergangenheit gestanden habe, immer etwas positives mitgenommen habe. Das war gut für mich.

Th: Du hast den Mechanismus erkannt.

Kl: Eigentlich bin ich sicher, daß das hier etwas positives ist. Ich möchte ganz leben.

Th: Schau hin, sie geben dir eine zweite Chance. Es liegt wohl an der Einsicht, die du gewonnen hast. Du kannst es korrigieren, ist doch toll. - Musik wird eingespielt.

Kl: Ja, ich möchte ganz leben. - Die Klientin erlebt dieses Gefühl ganz zu le-ben und es findet längere Zeit kein Dia-log statt. - Ich bin gerade von jemandem mit lieben Worten an den Ort geführt worden, wo ich die Strahlen empfangen habe und nun noch einmal von neuem empfangen konnte. Sie sind mir dann geschickt worden. Ich war sehr bewegt und habe immer wieder `Ja` gesagt und das war ein ganz besonderes Erlebnis, daß ich die ersten gar nicht voneinander unterscheiden konnte, weil ich so durcheinander war. Dann habe ich es mir in Erinnerung geholt und auch die Zahlen gesehen: 1 - Ja, 2 - Ja bis 12 - Ja, und ich habe die Energie in den Händen ge-spürt, wie sie zu mir kam. Als ich zwischendurch noch einmal ganz doll weinen mußte, haben sie zu mir gesagt, daß ich keine Angst haben muß, da immer jemand bei mir ist und ich sie mit meinem Geist erreichen kann, bzw. über den Strahl zu ihnen zurückfinden kann. Es gibt keine abgebrochene Kommunika-tion. Ich kann immer wieder rückfragen. Das habe ich bisher nicht gewußt und auch nicht gehabt. Es kribbelt jetzt auch immer noch in den Armen, durch diese ganze Energie und die Aufgaben, die ich bekommen habe und auch noch gar nicht alle kenne. Sie werden sich dann zum richtigen Zeitpunkt wie Blüten entfalten. Ich habe ganz deutlich gespürt, daß ich zu den Aufgaben immer die passend Energie mitgeliefert bekommen habe. Es ist immer beides gleichzeitig da. Daran soll ich mich erinnern und bei Schwierigkeiten, in meinem Geist mit ihnen Verbindung aufnehmen. Da ich neugierig bin, hätte ich gerne gewußt, warum ich denn als Mensch auf die Erde gekommen bin? Ich habe aber den Ein-druck, daß das nicht der richtige Zeit-punkt ist.

Th: Finde es heraus.

Kl: Ich muß wohl vorher einfach den Wunsch äußern auf die Erde kommen zu wollen, die schönen Dinge des Lebens genießen zu wollen, wie all das was mit Körperlichkeit zu tun hat: die Natur und den Körper, die Vereinigung, die sexuelle Vereinigung mit jemandem, den man liebt, oder allein, um die Erfahrung des Gefühls zu machen, denn das ist ja auch schon Liebe zum Leben. Deshalb bin ich da.

Th: Das verbindet dich mit vielen Men-schen. Schau, ob du noch eine bestimmte Aufgabe hast, die noch auf dich zu-kommt.

Kl: Erwartet mich noch eine spezielle Aufgabe? Eine Antwort aus dem FF ist: Vertrauen. Das klingt ein bißchen schwammig, aber vielleicht ist das mein Wort.

Th: In Vertrauen liegt auch das Wort: trauen. Trau dich! Trau dich zu reden und du selbst zu sein. Trau dich da zu sein und dich in die Welt zu bringen. Willst du jetzt noch etwas klären?

Kl: Ich habe das Gefühl, da ist noch eine Frage. Da ist noch etwas Unangenehmes im Nacken, der auch verspannt ist. Ich weiß aber nicht was.

Th: Laß dir doch mal den Strahl des Vertrauens zeigen.

Kl: Vielleicht kann man mir den Strahl des Vertrauens zeigen. Vielleicht brauche ich ihn noch einmal. Ich möchte spü-ren, wie sich das anfühlt. - Die Klientin beginnt wieder zu weinen.

Th: Drücke ganz speziell für dieses Leben ein `Ja` aus.

Kl: Ich sehe mich in einer Art Zwi-schenreich. Ich sehe, daß ich von oben die Strahlen empfangen habe und dann bin ich der Erde ein bißchen näher gewesen und habe noch einmal den Vertrauens-strahl empfangen. Jetzt bin ich der Erde noch näher und kann wie durch ein ma-gisches Auge auf die Erde gucken und sehe verschiedene Bilder. Ich sehe, wie schön die Erde und das Leben auf ihr sein kann. Da sind schöne Landschaf-ten, es gibt viel zu genießen.

Th: Sage doch auch zu dieser Erde bewußt `Ja` , sie erwartet dich.

Kl: Ja, Erde ich möchte zu dir kommen und ich möchte das erleben, was du für mich bereit hältst. Ich möchte dich erfahren und ich möchte Verbindung zur Zwischenwelt halten können.
Th: Probiere es aus. Gehe auf die Erde und schau, ob die Verbindung hält.

Kl: Ich sehe mich in einem Blumenfeld und finde es toll hindurch zu laufen und würde gerne wissen, ob ich hier den Vertrauensstrahl empfangen kann.

Th: Du brauchst dich, glaube ich, nur zu erinnern. - Musik wird eingespielt.

Kl: Ja, jetzt denke ich da ist er der Strahl. Er kommt ganz zart auf mich zu, daß ich mich nicht erschrecke. Ich spüre ihn auch, da ist die Verbindung. ... Ja, der Vertrauensstrahl ist wirklich gut aber ich komme mir immer noch alleinegelassen vor.

Th: Mich würde interessieren, was sich verändert hat, wenn du die Türe noch einmal öffnest. Siehst du die Türe? Möchtest du noch einmal hineingehen?

Kl: Im ersten Moment habe ich gedacht, da ist immer noch dieser Schacht, aber da sehe ich gar nicht diese Ziegelsteine an der Seite. Da ist gar kein Loch, sondern eine glatte Oberfläche. Erst habe ich gedacht es sei ein Deckel drauf, aber es ist wie ein Spiegel, der eine Wasseroberfläche ist.

Th: Kannst du dich darin spiegeln? - Klientin bejaht. - Hast du noch Angst dort hinein zu fallen? Jetzt ist es doch mit Wasser gefüllt oder was ist da? Ist dein Gefühl dazu nun anders?

Kl: Ein bißchen kalte Schauer laufen mir schon über den Rücken, wenn ich daran denke, daß ich da reinspringen sollte. Das könnte normal sein, denn es ist ja schon ziemlich aufregend. Jedenfalls habe ich nicht mehr so große Angst davor.

Th: Dann mache es doch mal. Du hast ja schon zweimal die Idee von der anderen Seite gehabt. Schwimme oder tauche hindurch. Es müßte jetzt gehen.

Kl: Ja, gut. Ich überlege, wie ich das machen soll. Mit dem Kopf zuerst oder den Füßen. Vorsichtig oder plumpsen. Ich denke wohl schon wieder viel zu viel nach.

Th: Du hast doch jetzt Vertrauen. Nase zu und rein.

Kl: Ja, ja, dann mache ich das doch einfach mal. Ich nehme Anlauf und halte mir die Nase zu und dann ... haha ... Arsch-bombe. ... Es ist ganz warm und weich wie in einem Swimming-Pool. Ich schwimme wie eine Feder hin und her und tiefer runter. Im Moment sehe ich nicht mehr.



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Zuletzt aktualisiert am: 15-Jan-2003 11:26
made by Kerstin Kellermann